Knappschaften - damals und heute

Quellenangaben  
Knappschaften, Bergbruderschaften, Knappenveeine sind heute vor allem als Teilnehmer von Bergaufzügen präsent. Es ist bekannt, das in ihnen Bergleute organisiert sind. Über die Anlässe ihres Entstehens und die Gründe für ihr langes Bestehen bleiben meist im Dunkeln.
In der Zeit ihres Entstehens und ihres (Haupt-)Wirkens bestimmten in Deutschland die Landesherren die Regeln. Hier soll kurz die Geschichte der sächsischen Knappschaften skizziert werden.
Einleitung
Es gibt Azeichen, dass Bergbrüderschaften als Altarbrüderschaften gegründet worden. Die ersten Nachrichten eines solchen Zusammenschlusses von Bergleuten in Freiberg liegt aus der Zeit 1399/1400 vor. Da die beiden bekannten Bruderschaften (der Haspler, der Hauer) zu diesem Zeitpunkt schon Vermögen angesammelt hatten, muss die Gründung einige Zeit zurückliegen. Man datiert die Ursprünge folgliche auf Mitte des 14. Jahrhunderts. Dies ist insofern auch nachvollziehbar, weil in der Gründungszeit von Freiberg (mehr) v.a. Eigenlehner (=Familienbetriebe) die Gruben bewirtschafteten. Erst später bei dem Bergbau in grösseren Teufen traten (spezialisierte) Lohnarbeiter auf.
Altarbruderschaften sind Zusammenschlüsse von Menschen, die gemeinsam Gottesdienst halten wolten und meist aus einer Berufsgruppe kamen. Sie unterhielten gemeinsam einen Altar (Seiten/Heiligenaltar in einer Stadtkirche oder einen in der eigenen Kapelle/Kirche) und sammelten dafür die Kollekte, Büchsenpfennig oder Kerzenheller genannt. Ausgaben wurden für Altartücher, Leuchter, Kerzen, Hostien und Altarschmuck getätigt.
Es entwickelte sich im Laufe der Zeit, dass die Kollekte auch sozialen Zwecken diente. Dieses Engagement lässt sich leicht aus der christlich motivierten Almosdenspende ableiten. Auf Grund der Trennung der verschiedenen Gewerke (Haspler, Hauer, Schmelzer) und der kleinräumlichen Orientierung an eine Kirche waren die Altarbruderschaften nicht allzu gross. Es werden Zahlen in der Grössenordnung von 10-50 Peersonen genannt.
Altar- bruderschaften
Um 1426 wird in Freiberg eine Knappschaft erwähnt. Die Gründe für den Zusammenschluss der verschiedenen Gruppen bleibt im Dunkeln. In dem Dokument, wo sie erstmalige erwähnt wird, dreht sich um die bessere Bezahlung eines eigenen Pfarrers. Es kann also sein, dass das Bedürfnis vor Schichtbeginn eine Messe zu besuchen nur durch einen eigenen Pfarrer zu gewährleisten war, welchen eine einzelne Altarbruderschaft allein bezahlen konnte. Vielleicht war aber auch ein Streik der Auslöser für den Zusammenschluss. Der erste überlieferte Arbeitskampf um pünktliche Bezahlung mit gutem Geld und um Beibehaltung der Arbeitszeit fand 1447 statt. Die Arbeitszeit wurde dann 1449 doch von 6 auf 8 Stunden erhöht. Auch der Landesfürst nahm die Knappschaft ernst, wie die Anforderung eines Gutachtens über die Gründe der Bergbaukrise im Jahre 1447 zeigt.
Nicht jeder Bergmann sah den Sinn eines Zusammenschlusses und die sich daraus ergebenden Pflichtzahlungen an. Der Kurfürst unterstützte die Knappschaft 1471, indem er die Zahlordnung in die für alle Bergleute verbindliche Bergordnung (Schneeberg) aufnahm. Die zu zahlenden Summen richteten sich nach dem Beruf, d.h. nach dem Lohn. Der Zusammenschluss selbst blieb freiwillig, dies dürfte sich v.a. aus den damaligen Verkehrsverhältnissen ergeben haben, die es nicht jeden Bergmann von ausserhalb gelegenen Gruben ermöglichte am Knappschaftsleben teilzunehmen..
Diese Almosenkasse (auch Gnadengelderkasse) kann man als erstes Sozialversicherungssystem beschreiben. Bei Krankheit wurden Gelder als Kredit ausgezahlt, deer aber i.d.R. wegen Invalidität oder Tod abgeschrieben werden musste. Dass es auch damals 'Schmaraotzer' gab lässt sich daran erkenn, dass immer mal wieder Kredite eingeklagt werden mussten. Auch die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall war im Erzgebirge bekannt. Der §105 der Bergordnung besagte, dass Bergwerksunternehmer einen verunfallten Bergmann 8 Wochen lang den Lohn weiterzuzahlen und die Arztkosten zu tragen hatte.
Die Knappschaften waren im ausgehenden 15. Jahrhundert anerkannt und etabliert. Sie entstanden schon kurz nach jeweiligen Stadtgründung (Beispiel St. Joachimsthal 1516 gegründet, 1517 Knappschaft). Sie waren stark genu, um Arbeitskämpfe erfolgreich auszufechten. Kirchliche Aufgaben wie Bezahlung von Pfarrer, Unterhalt von Altar und/oder Kapelle nahmen die Knappschaften auch war.
Knappschaft
Die Reformation Reformation
Das soziale Engagement Standes- organisation
Hüttenknappschaft - Schützengesellschaft in Altenberg 1461 - Leichenbruderschaften Gruppen
Die Knappschaftsältesten wurden vom König eingesetzt. Sie vertraten andererseits die Interessen der Bergleute auch gegenüber dem König. Dies läßt auf auf einen starken Rückhalt unter den Bergleuten schliessen. Andererseits setzte sie die Anordnungen des Bergamtes und des Königs (z.B. Kleiderordnungen) bei den Bergleuten durch. Diese Kleiderordnungen und die festgelegte Reihenfolge der unterschiedlichen Gewerke und Ränge kann mann heute bei Bergparaden beobachten. König und Knappschaft
Die Knappschaften vertrat auch die Interessen der Bergleute gegenüber dem Stadtrat. Gerade die Privilegien (reduzierte Steuersätze, keine treiberdienste bei Jagden) mussten immer wieder neu verteidigt werden. An anderen Stellen kämpften der Stadtrat mit der Knappschaft Seit an Seit, z.B. in Eibenstock um die Gewährung der Zollfreiheit auf Getreide. Knappschaft in der Stadt
Eine wesentliches Aufgabenfeld waren sozialen Funktionen der Knappschaft. So wurden Bergleute durch Kredite aus der Knappschaftskasse unterstützt. Manchenerorts wurden auch Sterbevereine bzw. -kassen gegründetr, um verunglückten und (normal) verstorbenen Bergleuten ein ordentliches Begräbniss zu ermöglichen. Knappschaft und Bergleute
Heute beschäftigen sich Bergknappschaften mit der Traditionspflege. Je nach örtlichen Gegebenheiten
  • dokumentieren sie die Geschichte des örtlichen Bergbaus;
  • pflegen die Überreste des Bergbaus und fahren alte Stollen wieder auf;
  • beteiligen sich an Bergumzügen;
  • halten Mettenschichten.
heute
Bergnapschaft Altenberg
Knappenverein "Glück auf" Bochum-Werne
Freiberger Berg- und Hüttenknappschaft
Knappen- und Arbeiterverein "St. Barbara Bruderschaft" Friedrichsthal e.V. nahe Ottweiler/Saarland
Bergknappschaft Johanngeorgenstadt
Bergknappschaft Schlema
Schlettau e.V.
Sosa
Knappenverein "Schlägel und Eisen" in Stiepel an der Ruhr
Links zu einigen Knappschaften (werden in einem neuen Fenster geöffnet)
   
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